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Tägliches Gebet des Arztes und Philosophen Maimonides (1135-1204), bevor er seine Arbeit begann

Allmächtiger Gott, Du hast den menschlichen Körper mit unendlicher Weisheit erschaffen. Zehntausend mal zehntausend Organe hast Du darin vereinigt, die unaufhörlich und harmonisch handeln, um das Ganze in all seiner Schönheit zu bewahren, den Körper, der die Hülle der unsterblichen Seele ist. Wenn die Zerbrechlichkeit der Materie oder das Entzerren der Leidenschaften diese Ordnung stören oder diese Übereinstimmung unterbrechen, dann kollidieren die Kräfte und der Körper zerfällt in den Urstaub, aus dem er stammt. Krankheiten sind wohltätige Boten, um die sich nähernde Gefahr vorherzusagen und den Menschen zu drängen, sie abzuwenden.

Du hast deine Erde, Deine Flüsse und Deine Berge mit Heilstoffen gesegnet; sie befähigen deine Kreaturen, ihre Leiden zu lindern und ihre Krankheiten zu heilen. Du hast den Menschen mit der Weisheit ausgestattet, das Leiden seines Bruders zu lindern, seine Leiden zu erkennen, um die heilenden Substanzen zu extrahieren, ihre Kräfte zu entdecken und sie für jedes Übel vorzubereiten und anzuwenden. In Deiner ewigen Vorsehung hast Du mich erwählt, um über das Leben und die Gesundheit Deiner Geschöpfe zu wachen. Ich wende mich jetzt an die Pflichten meines Berufes: Unterstütze mich, allmächtiger Gott, in diesen großen Anstrengungen, damit sie der Menschheit nützen können, denn ohne Deine Hilfe wird nicht einmal das Geringste gelingen.

Inspiriere mich mit Liebe für meine Kunst und für Deine Geschöpfe. Lass keinen Durst nach Profit, Ehrgeiz nach Ruhm und Bewunderung in meinen Beruf eindringen, denn dies sind die Feinde der Wahrheit und der Liebe für die Menschheit, und sie können irreführen. Die grosse Aufgabe, sich um das Wohlergehen Deiner Geschöpfe zu kümmern, bewahre die Kraft meines Körpers und meiner Seele, damit sie immer bereit sind, Arm und Reich, Gut und Böse, Feind und Freund zu unterstützen und zu heilen. Ich sehe nur den Menschen, erleuchte meinen Geist, dass er erkennt, was sich selbst darstellt, und dass er verstehen kann, was abwesend oder verborgen ist. Lass es nicht übersehen, was sichtbar ist, aber erlaube ihm nicht, die Macht zu sehen. Was nicht zu sehen ist, für zarte und unbestimmte sind die Grenzen der großen Kunst, sich um das Leben und die Gesundheit Deiner Geschöpfe zu sorgen. Lass mich niemals geistesabwesend sein. Mögen keine seltsamen Gedanken meine Aufmerksamkeit am Krankenbett lenken, oder störe meinen Geist in seinen stillen Arbeiten, gross und heilig sind die durchdachten Überlegungen, die erforderlich sind, um das Leben und die Gesundheit Deiner Kreaturen zu bewahren.

Gewähre mir, dass meine Patienten Vertrauen in mich und meine Kunst haben und meinen Anweisungen und meinem Rat folgen. Entferne alle Scharlatane und die ganze Schar aufdringlicher Angehöriger und grausame Menschen, die arrogant die weisesten Absichten unserer Kunst vereiteln, und Deine Kreaturen oft in den Tod führen.

Wenn diejenigen, die weiser sind als ich, mich verbessern und unterweisen wollen, lass meine Seele dankbar ihrer Führung folgen, denn das Ausmass unserer Kunst ist riesig. Sollten eingebildete Narren mich jedoch tadeln, dann lass mich für meinen Beruf lieben sie, damit ich beständig bleibe, ohne Rücksicht auf Alter, Ruf oder Ehre, denn die Hingabe würde deinen Kreaturen Krankheit und Tod bringen.

Betöre meine Seele mit Sanftmut und Gelassenheit, wenn ältere, auf ihr Alter stolze Kollegen mich vertreiben oder verachten, um mir das beizubringen. Möge dies auch für mich von Vorteil sein, denn sie kennen viele Dinge, von denen ich nichts weiss. Aber lass mich nicht über ihre Arroganz Sorgen machen, denn sie sind alt und alt ist nicht Herr der Leidenschaften Ich hoffe auch, auf dieser Erde, vor Dir, dem allmächtigen Gott, ein hohes Alter zu erreichen!

Lass mich in allem zufrieden sein, außer in der großen Wissenschaft meines Berufes. Lasst niemals den Gedanken in mir aufsteigen, dass ich zu genügend Wissen gelangt bin, sondern gewähre mir die Stärke, die Musse und den Ehrgeiz, mein Wissen zu erweitern. Denn Kunst ist grossartig, aber der Geist des Menschen erweitert sich ständig.

Allmächtiger Gott! Du hast mich in Deiner Gnade erwählt, um über das Leben und den Tod Deiner Geschöpfe zu wachen. Ich widme mich jetzt meinem Beruf. Unterstütze mich bei dieser großen Aufgabe, damit sie der Menschheit nützen kann, denn ohne Deine Hilfe nicht einmal die das Mindeste wird gelingen.

Die Geschichte und Technologie hinter dem Sehen und einige Anekdoten für diejenigen, die mehr darüber wissen möchten

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Bild: Planet Wissen

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Bild: von Wikipedia

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Warum sind unsere Augen farbig?

Theoretisch müssten alle Augen blau sein. Genau genommen sind sie das auch. Der farbige Ring in unseren Augen, die Iris, enthält eine trübe farblose Substanz. Sie heißt Stroma und besteht aus feinsten Bindegewebsfasern.
Trübe Substanzen reagieren auf weißes Licht anders als klares Wasser. Die trübe Flüssigkeit streut das einfallende Licht und es erscheint dann nicht mehr farblos, sondern blau. Fällt nun das Licht ins Auge, werden die kurzwelligen blauen Lichtstrahlen an den Bindegewebefasern deutlich stärker gestreut, als die langwelligen. Vor dem dunklen Hintergrund wird diese Streuung sichtbar und das Auge wirkt blau.
Diese Grundfarbe des Auges kann verändert werden. Das geschieht durch Pigmente, die im Stroma und in der Vorderwand der Iris enthalten sind. Diese Pigmente bestehen aus dem Protein Melanin, das auch unsere Haut- und Haarfarbe bestimmt.
In geringer Konzentration wirken die Melanin-Moleküle wie ein gelber Filter. Zusammen mit dem blauen Licht erscheint das Auge grün. Besonders viele Melaninpigmente geben dem Auge eine braune Färbung. Deswegen haben hellhäutige und blonde Menschen eher blaue Augen, während die Iris von dunkelhäutigen mit dunklen Haaren meist braun ist.
Babys haben in der Regel blaue Augen, da bei ihnen kaum Melanin vorhanden ist. Die Pigmentierung der Irisblätter ist bei der Geburt noch nicht vollständig. Das erklärt die fast einheitliche dunkelblaugraue Augenfärbung der Neugeborenen. Erst nach einigen Monaten bildet sich durch die Einlagerung braunfärbenden Melanin-Moleküle eine charakteristische Augenfarbe, die von blau über grün bis braun reicht.
Bei der Entstehung mancher Farbschattierungen spielt möglicherweise der Kupferanteil im Melanin eine Rolle. Aber auch das Zusammenspiel von Melaninmenge und der Stromadichte der Iris. Zum Beispiel haben Menschen ohne Melanin bei wenig Stroma eher anthrazitblaue Augen.
Bei viel Stroma dagegen kann die Iris eine blaue bis blass blau-graue Färbung haben. Im Laufe unseres Lebens kann die Augenfarbe etwas "verblassen". Mit zunehmenden Alter kann es nämlich zu einem Pigmentverlust kommen, wodurch die Farbe des Auges dann heller erscheint.

https://www.planet-wissen.de/


Ursprünge der Kataraktchirurgie

Die Ursprünge der Kataraktchirurgie liegen nach Meinung verschiedener Autoren vor ca. 3000 Jahren in Indien. Man operierte die Katarakt damals, und seither unverändert bis in die neuere Zeit, indem man nach der Eröffnung der Sklera mit einer scharfen Lanzette die getrübte Linse mittels einer Nadel in den Glaskörper drückte.

Referenziert von:
https://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/02/02H161/t2.pdf

Medizinische Behandlungen im mittleren Lebensalter

Medizinische Behandlungen im mittleren Lebensalter


Der „Brillenapostel“ von Conrad von Soest (1403)

Der „Brillenapostel“ von Conrad von Soest (1403)

Wer erfand die Lesebrille?

Die als Sehhilfe für beide Augen auf die Nase gesetzte Lesebrille wurde Ende des 13. Jahrhunderts in Norditalien erfunden. Wichtige Vorarbeiten leistete Roger Bacon, der in seinem 1267 erschienenen Werk Opus maius wesentliche Erkenntnisse zur physikalischen Optik lieferte und glaubte, Kugelsegmente aus Glas seien vorzügliche Hilfsmittel für Schwachsichtige. Salvino degli Armati galt lange als Erfinder der Brille, bis 1920 bekannt wurde, dass er selbst eine Erfindung ist. Auch der Arzt Petrus Hispanus, ab 1276 Papst Johannes XXI., wird heute als Erfinder in Betracht gezogen. Letztlich ist bis heute nicht geklärt, wer die Brille (zwischen 1270 und 1290) erfunden hat. Der Dominikaner Giordano da Rivalto erwähnte die erst wenige Jahre zurückliegende Erfindung in einem Predigtmanuskript aus dem Jahr 1305 und teilte mit, dass der in Pisa tätige Dominikaner Alessandro della Spina um 1285 das Schleifen von Brillengläsern (ocularia) beherrscht hätte, aber auch mitgeteilt habe, dass der eigentliche Erfinder der Brille nicht genannt werden wolle.

Referenziert von:
https://de.wikipedia.org/wiki/Brille


Wann wurden Kontaktlinsen erfunden?

1948 wurde von Kevin Tuohy die erste vollständig aus PMMA hergestellte Linse zum Patent angemeldet, die nur noch die Hornhaut bedeckte und nicht mehr die gesamte Sclera. Ein weiterer wichtiger Durchbruch gelang 1959 Otto Wichterle, der das Hydrogel HEMA zur Herstellung von weichen Kontaktlinsen erfand.

Referenziert von:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kontaktlinse

Formstabile Kontaktlinse

Formstabile Kontaktlinse